Polittalk vom 19. März 2026
Mit ihrem Positionspapier „Mit Kopf, Herz und Hand“ rückt die SVP Schweiz die Volksschule ins Zentrum einer ideologischen Debatte. Zwar formuliert die Partei berechtigte Anliegen wie etwa die Fokussierung auf Grundkompetenzen, die Stärkung der Unterrichtssprache, das klare Einfordern von Respekt und klaren Regeln sowie eine starke Einbindung der Eltern.
Doch diese sachlichen Ansätze werden von einer rückwärtsgewandten Ideologie überschattet: Statt auf moderne Pädagogik zu setzen, setzt die SVP Schweiz auf überholte Rollenbilder. Zuwanderung und «linke Experimente» dienen als Sündenböcke für Probleme, die eigentlich viel tiefere Ursachen haben. Ein Narrativ, das mehr auf Vorurteilen als auf Fakten basiert.
Wer Ausgrenzung über Fakten stellt, riskiert die soziale Spaltung und gefährdet das offene Weltbild der Schweiz. Echte Bildungspolitik braucht den Mut zur Veränderung statt zur Ausgrenzung. Sie muss bewährte Grundwerte mit zeitgemässen pädagogischen Ansätzen verbinden.
Den Ideen der SVP Schweiz setzt die SP eine Vision entgegen, die auf Chancengerechtigkeit baut: Eine starke öffentliche Volksschule, die jedes Kind mitnimmt, unabhängig von Herkunft oder Kontostand der Eltern. Das bedeutet konkret: Gezielte Frühförderung, der Ausbau von Tagesschulen sowie wirksame Massnahmen gegen den Lehrpersonenmangel. Auch der Zugang zur Erwachsenenbildung bleibt ein zentraler Pfeiler.
Diese Investitionen sind keine „linken Experimente“, sondern die Basis für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Bildungspolitik ist immer auch Gesellschaftspolitik. Der Weg zu einer starken öffentlichen Volksschule der Zukunft führt nicht über Ausgrenzung, sondern über kluge Investitionen.
Mathias Schlegel, Stadtparlamentarier
